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Vorträge

T01/T22 Prä-und postoperative Kontinenzförderung nach tiefer anteriorer Rektumresektion

Referentin: Miriam Lefevre

Wenn man sich intensiv mit der tiefen Rektumresektion auseinandersetzt, wird schnell klar, dass es sich hierbei um einen komplexen Eingriff im kleinen Becken handelt. Nicht nur hohes, chirurgisches Können entscheiden über das Ziel der kurativen Therapie und die Wiederherstellung bzw. Erhaltung der Kontinenz, des oder der Betroffenen. Auch Pflegende haben einen großen Anteil im Bereich Stomaversorgung und Kontinenzförderung.

T02/T04 Sexualität nach Stomaanlage

Referentin: Meike König

Die mentale Annahme der Tatsache, StomaträgerIn zu sein, ist ein Prozess, der sehr individuell durchlebt wird. Früher oder später stellt sich den Betroffenen dabei  vielleicht auch die Frage, ob und wie mit einem Stoma Sexualität gelebt werden kann.

Unsicherheiten und Ängsten sowie mögliche funktionelle Einschränkungen wie Orgasmusstörungen, Erektionsstörungen, Libidoeinschränkungen, Körperbildstörungen u. a. sind eine Herausforderung, jedoch kein Widerspruch bezüglich befriedigender Partnerschaft und lustvoll gelebter Sexualität.

Ein erfülltes Sexualleben ist weder ein Vorrecht junger, gesunder bzw. nicht behinderter Menschen noch hört sexuelles Verlangen mit einer Stomaanlage auf. Deshalb zeige ich gern praxisrelevante Möglichkeiten, sich als Fachpersonal diesem Tabu zu nähern und dieser Aufgabe zu stellen.

T03 Case Studies - Fallvorstellungen

Referentinnen: Petra Jürgens, Marion Laubrich, Ingrid Longin, Yvonne Soulier, Gabriele HofmannBarbara Ritzinger

Verschiedene Referentinnen stellen interessante Fälle aus der Praxis vor.

T05 Kinderversorgung

Referent: Prof. Dr. med. Oliver Muensterer

Zusammenfassungen:

„Komplikationen in der kolorektalen Kinderchirurgie – Worauf muss ich achten?“

Die Anlage von Enterostomien sowie die Resektion und Anastomose von Darmanteilen bei Kindern kann nicht selten zu typischen Nebenwirkungen und Komplikationen führen. Um sie frühzeitig zu behandeln, sollten sowohl das Pflegepersonal und die Ärzte diese Komplikationen erkennen können. In diesem Vortrag werden die häufigsten Probleme in der kolorektalen Kinderchirurgie aufgezeigt. Einige Risiken lassen sich durch eine gewissenhafte Versorgung und eine gute Technik minimieren. Die meisten Komplikationen sind bei frühzeitiger Diagnose und Einleitung von entsprechenden Maßnahmen gut behandelbar.

„Das Enterostoma in der Kinderchirurgie – Wann, Wo, Wie lange, Wofür?“

Bei einigen kinderchirurgischen Erkrankungen ist die Anlage eines Enterostomas unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung. In solchen Fällen ist es wichtig, eine altersentsprechend Kindgerechte Versorgung anzustreben. In diesem Vortrag werden die verschiedenen Techniken und Möglichkeiten der Stomaanlage besprochen. Außerdem werden die verschiedenen Diagnosen erläutert, bei denen die Stomaanlage eine Rolle bei der Behandlung spielt. Neben technischen Aspekten wird auf den optimalen Zeitpunkt der Rückverlagerung eingegangen, sowie auf die psychosozialen Aspekte der Stomaversorgung.

T06 Stomaversorgung auf einer Neonatologischen Intensivstation

Referentin: Mareyke Schnaas

Inhalte des Vortrags:

  • Indikationen zur AP-Anlage
  • Versorgung post-OP
  • Ablauf Versorgungswechsel
  • Schablone anlegen
  • Versorgungswechsel
  • Probleme/ Komplikationen
  • Fehlerquellen
  • Beispiele: Wunddrainagen, Rötungen, Nahtdehiszenz, Fistel,VAC- Versorgung

T07 Leben mit Stoma

Referenten: Tamara Lammers, Benni Wollmershäuser

Welche Veränderungen bringt ein Stoma mit sich und wie lassen sich diese möglichst harmonisch in den Alltag integrieren? Über diese und ähnliche Fragen berichten Frau Lammers und Herr Wollmershäuser aus erster Hand. Themen wie Körperbildveränderung, Beruf und Freizeit sowie soziale Kontakte und Partnerschaft spielen weiterhin eine zentrale Rolle.

T08 Schließmuskeltraining und Bruchprophylaxe

Referentin: Astrid Landmesser

Als Physiotherapeutin erlebe ich in meinem Praxisalltag, dass Stoma Patienten zu wenig Informationen zum Thema Schließmuskeltraining prä- und postoperativ erfahren. Übrigens haben mich vor Jahren Stomatherapeuten gebeten, wir Physios müssten uns mehr kümmern um das Schließmuskeltraining bei Stomapatienten wo eine Rückverlegung möglich ist.

Das habe ich dann auch zum Anlass genommen mich diesen Problemen mehr anzunehmen und daraus ist eine gute Zusammenarbeit entstanden.
Zur Bruchprophylaxe wird das Versorgen mit Hilfsmitteln gut vermittelt, aber nicht was die Patienten auch aktiv tun können um Brüche der Bauchdecke zu vermeiden.
Frühe Physiotherapie verhindert die Atrophie des analen Schließmuskels und gibt Anleitung zur Bruchprophylaxe.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Patienten, Ärzten, Stomatherapeuten und Physiotherapeuten ist ein großer Gewinn für die spätere Lebensqualität der Patienten.

Dieser Vortrag wird Sie über mögliche Vorgehensweisen aufklären und Sie werden selbst erlernen, Ihren Beckenboden und die Schließmuskeln in Ruhe- und Belastungssituationen zu trainieren. Zudem erlernen Sie Techniken zur Vermeidung von Brüchen.

Ich freue mich auf den Vortrag mit Ihnen.

T09: Hautgesundheit: Warum ist die Pflege und Therapie gesunder Körperhaut so schwierig?

Referent: Dr. med. Gyde Staib

Die äußere Haut ist unser größtes Organ. Im Vortrag wird der Aufbau der Haut kurz dargestellt und ihre Funktion als Schutz-und Sinnesorgan erläutert. Anschließend werden die relevanten Fakten aufgezeigt, die entscheiden sollten, welche Creme der Kunde für sich oder seinen Patienten aussucht. Anhand einiger Beispiele werden die Tricks der Werbung dargestellt.

T10 Parastomale Hautprobleme und ihre Therapiemöglichkeiten

Referent: Dr. med. Gyde Staib

Zunächst werden verschiedene parastomale Hautläsionen in Wort und Bild erläutert. Anschließend werden spezielle Wund-und Stomaverbände aufgezeigt. Ziel ist es, dass der Zuhörer moderne, aber auch ältere bewährte Therapiemöglichkeiten kombinieren kann.

T11 Patientenedukation – it takes TWO to Tango

Referentin: Andrea Schmidt-Jungblut

Inhalt:

Eine bedrohliche Diagnose bringt neue Lebensumstände mit sich, die den bisher „sicheren“ Alltag verändern.

Patienten wollen einbezogen werden in ihre Behandlung, sie wünschen sich, einen eigenen Beitrag leisten zu können. Sie möchten aktiver sein und informiert Entscheidungen treffen. Sie wollen gesehen und ernst genommen werden, wünschen sich gezielte Hilfe und Unterstützung, dort, wo sie sich ängstlich und unwissend fühlen.

„Give patients a role in their own care“

Patientenedukation soll der Selbstbestimmung, der Selbstsicherheit im Umgang mit Krankheit dienen, sie schult Entscheidungsfähigkeit, Gefühl und Einschätzungsfähigkeit für sich selbst und den eigenen Körper – sie führt zu mehr Wohlbefinden und Lebensqualität. Patientenedukation spart Kosten.

Der Vortrag soll sensibilisieren für

  • die Gefühlslage von betroffenen (Stoma-)Patienten, ihren Wünschen und Bedürfnissen
  • sinnvolle Schulungsprogramme und die Rolle der Pflegekraft
  • Achtsamkeit in der Durchführung von Information-Schulung-Beratung-Moderation
  • Kommunikation und Empowerment in der Pflege

T12 Case Studies - Fallvorstellungen

Referentinnen: Petra Jürgens, Marion Laubrich, Ingrid Longin, Yvonne Soulier, Gabriele HofmannBarbara Ritzinger

Verschiedene Referentinnen stellen interessante Fälle aus der Praxis vor.

T13 Stomarückverlagerung

Referent: Priv. Doz. Dr. med. Achim Hellinger

Die Stomarückverlagerung nach einer Darmoperation ist eine ganz alltägliche Situation und Operation für Chirurgen. Aber für den Patienten eine große Herausforderung. Doch wann macht eine Rückverlagerung Sinn? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Dieses und vieles mehr erfahren Sie in diesem Vortrag.

T14 Das Kurzdarmsyndrom in Form des sog. High-Output-Stoma

Referent: Olaf Hagedorn

Das Kurzdarmsyndrom (engl. short bowel syndrome) bezeichnet ein Krankheitsbild, das durch die operative Entfernung (Resektion) oder das angeborene Fehlen großer Teile des Dünndarms entsteht.

Die Problematik stellt bei einem Stoma die häufig zu entleerende Beutelversorgung, die manchmal schlecht ausgeleitete Stomasituation sowie die große Belastung durch den Flüssigkeits-/Elementarstoffverlust. Auch wenn dieses Phänomen in den meisten Fällen als vorrübergehende Situation entsteht, ergeben sich gerade in der Versorgung eines Stomas, oder einer stuhlfördernden Fistel besondere Herausforderungen.

Was sind die Ursachen für eine solche Situation und wie können wir als Entero-stomatherapeuten positiv Einfluss nehmen? Ein Vortrag zum vertiefen, zum erkennen und als Impuls für einen lebendige kollegialen Austausch.

T15 Psychoonkologie und Stoma - Was bedeutet Psychoonkologie und wie ist sie praktisch anwendbar

Referentin: Dr. med. Elsbeth Staib-Sebler

Eine Krebserkrankung oder eine andere schwerwiegende Erkrankung  ist zunächst eine fast unüberwindbare Belastung, ein Schock, insbesondere wenn der Patient ein Stoma bekommen muss. Es bedeutet, dass von jetzt an nichts mehr ist wie früher. Viele Dinge des Alltags sind der Veränderung unterworfen z.B. Partnerschaft, Sexualität ect.  Für den Patienten ist es ganz normal, mit dieser Situation zunächst Verarbeitungsprobleme zu haben.  In dem Vortrag soll es darum gehen, den „Behandlern“ Grundlagen der Psychoonkologie an die Hand zu geben. Wie kann ich als „Behandler“  die individuellen Probleme meiner Patienten erkennen und wo sind die Lösungsmöglichkeiten, damit eine gute Krankheitsverarbeitung und daraus resultierend, eine besseren Lebensqualität erreicht werden kann.

Ich freue mich auf einen regen Austausch der Erfahrungen.

T16 Genussvoll Essen mit Stoma

Referentin: Jeannette Obereisenbuchner

T17/T21 Die Zystektomie: Was bedeutet welche Harnableitung für den Patienten

Referentin: Dr. med. Julia Johannsen

Überblick über die Anatomie, Indikationen der Zystektomie, mögliche Harnableitungen (insbesondere Ileumconduit, Neoblase, Mainz Pouch), pro und contra dieser Optionen insbesondere Voraussetzungen und Nachsorge des Patienten

T18 Fistelversorgung

Referentin: Angelika Kohlrepp

Zusammenfassung

Fistelversorgung mit der VAC Therapie und Fistelbeutel mit der Frage, wann ist es sinnvoll.
Entlassungsmanagement,  Fistelversorgung zu Hause, Genehmigung der Krankenkasse.

 

 

T19 Von der Stomakomplikation zum offenen Bauch?

Referent: Prof. Dr. med. H. Bernd Reith

Stomata des Intestinaltraktes haben eine Bedeutung bei zahlreichen modernen Operationen und Therapieansätzen. Auch wenn ein Stoma heute nicht mehr vollkommen tabuisiert ist, bestehen nach wie vor erhebliche Wissenslücken und Vorurteile.

Ziel ist es die verschiedenen Stomata vorzustellen, sie in der Vorsorgung zu charakterisieren und mögliche Probleme mit ihren modernen Therapien aufzuzeigen. Mit zahlreichen Bildern wird ein umfassender Einblick in moderne Stomatherapie gewährt. Klassifikationssysteme zur Stomabeurteilung und Therapieoptionen für Stomakomplikationen werden dargestellt.

Die Indikationen zur Anlage eines Laparostoma sind die akute nekrotisierende Pankreatitis und die eitrige Peritonitis mit den daraus entstehenden vielfaltigen Problemen. Die Ursachen für eine Peritonitis sind vielfaltig.

Das Laparostoma dient selbst als Therapiemaßnahme zur offenen Bauchbehandlung und daher wird in der Regel kein primärer Bauchdeckenverschluss ausgeführt. Daher werden hier andere Maßnahmen herangezogen, um Komplikationen zu vermindern. Dazu zählt der temporäre Bauchdeckenverschluss.

Allgemein stellen Dünndarmfisteln eine große Herausforderung an die Behandlung dar. Es gibt bisher wenige Therapiealgorithmen, die Krankheitsverläufe sind langwierig und komplex, die psychische Belastung der Patienten ist enorm und stationäre Aufenthalte sind oft von langer Dauer. Die Inzidenz der Dünndarmfisteln bei offener Bauchbehandlung wird in der Literatur zwischen 5-50 % angegeben, variiert stark in Abhängigkeit von anderen Grunderkrankungen und beträgt bei Sepsis bis zu 25 % und bei Pankreatitis bis zu 50 %. Die Mortalitätsraten bei offener Bauchbehandlung mit Dünndarmfisteln ist in den letzten Jahren durch verbesserte Intensivmedizin und chirurgische Techniken von vorher >50% auf aktuell unter 10% gesunken.

Ziel ist es, verschiedene Methoden zur Versorgung, von der Vakuumtherapie und Fistelseparierung mittels Fisteladaptern, bis zur Wund- und Fistelversorgung, vorzustellen.

T20 40 Jahre Stomatherapie in Deutschland

Referent: Werner Droste

Im Jahre 1978 wurde an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf der erste Kurs zur Stomatherapie in Deutschland angeboten. Seither haben ca. 1900 Pflegekräfte eine Weiterbildung an den verschiedenen Instituten in Kooperation und nach dem Curriculum des DVET e.V. und der FgSKW e.V. absolviert.

In diesem Beitrag wird eine Übersicht über die bisherige Entwicklung der Stomatherapie in Deutschland präsentiert. Eine aktuelle Bestandsaufnahme sowie mögliche Zukunftsperspektiven für die spezialisierte Pflege in Deutschland werden ebenso zur Diskussion gestellt wie auch die Bewertung der Veränderungen im deutschen Gesundheitsmarkt mit den Auswirkungen auf die Arbeit der Pflegeexperten in der Stomatherapie.